Finanzielle Unsicherheit gefährdet Produktivität und Vertrauen in Vorsorgesysteme

3 min read·6. Oktober 2025

Berlin, 6. Oktober 2025 – Eine neue, gemeinsam von Roland Berger und dem House of Finance & Tech Berlin (HoFT Berlin) durchgeführte repräsentative Studie zeigt: Finanzielle Unsicherheit ist zu einer der dominierenden Sorgen der deutschen Bevölkerung geworden – mit wachsendem Einfluss auf Produktivität, Konsumverhalten und Vertrauen in Vorsorgesysteme. 50 % der Befragten bezeichnen ihre finanzielle Lage als große persönliche Belastung – nach Sorgen über weltpolitische und wirtschaftliche Entwicklungen. Der Financial Wellbeing Score, ein international anschlussfähiger Indikator, liegt bei nur 53 von 100 Punkten.


Vertrauensverlust, Produktivitätsrisiken, demografischer Druck

„Wenn Geldsorgen zur Normalität werden, drohen langfristige wirtschaftliche Folgeschäden – von Wachstumshürden bis Vertrauensverlust in Institutionen", warnt Dr. Sebastian Schäfer, CEO des HoFT Berlin. Die zentralen Ergebnisse im Überblick:

  • 52 % erleben wöchentliche Geldsorgen
  • 27 % haben keinen Überblick über ihre Finanzen
  • 20 % erwarten Altersarmut – trotz Erwerbstätigkeit und Vorsorge
  • 82 % wissen nicht, was Financial Wellbeing tatsächlich bedeutet

Der wachsende Druck auf die Mittelschicht gefährdet nicht nur individuelle Lebensqualität, sondern auch betriebliche Leistungsfähigkeit.


Strukturreform gefordert: Finanzielle Resilienz als neue Agenda

Die Studienautoren plädieren für ein ressortübergreifendes Maßnahmenpaket. Dazu gehören:

  • verbindliche Finanzbildung ab der Sekundarstufe
  • digitale Open-Finance-Infrastrukturen
  • steuerliche Anreize für Vorsorge und Risikoschutz

„Finanzdienstleister, die jetzt ganzheitlich denken, können nicht nur gesellschaftliche Wirkung entfalten, sondern neue Märkte erschließen", so Markus Lehleiter, Product Lead und Verantwortlicher für Financial Wellbeing bei HoFT Berlin.


Neue Entscheidungsgrundlage für Politik, Branche und Arbeitswelt

Die Studie basiert auf einer im April 2025 durchgeführten, bundesweit repräsentativen Befragung von 1.000 Personen (demografisch gemäß Zensus). Neben subjektiven Sorgen wurden konkrete Verhaltensmuster, Planungsfähigkeit, Erwartungshaltung an Finanzakteure und das Vertrauen in staatliche Absicherungssysteme abgefragt. Der Financial Wellbeing Score folgt der Methodik des US Consumer Financial Protection Bureau (CFPB). Deutschland erreicht 53 von 100 Punkten. Gemeinsam mit der Financial Health Initiative e.V. hat das HoFT Berlin im August eine Auswertung des Scores auch auf Landesebene für Berlin durchgeführt, die die bundesweiten Trends bestätigt.


HoFT Berlin verbindet Innovationspolitik mit gesellschaftlicher Wirkung

Das HoFT Berlin versteht sich als Plattform für wirtschaftliche Resilienz – mit Blick auf Technologie, Regulierung und soziale Rahmenbedingungen. Aufbauend auf den Studienergebnissen plant das Haus weitere Veranstaltungen mit Persönlichkeiten aus Finanzbranche, Politik und Wissenschaft, um konkrete Handlungsoptionen zu identifizieren.


Über das HoFT Berlin

Das House of Finance & Tech Berlin (HoFT Berlin) ist der Zukunftshafen für Innovation, Wachstum und Kooperation im Finanz- und Technologie-Ökosystem der Hauptstadt. Mit HoFT Berlin entsteht ein Ort, der Financial Wellbeing in Deutschland neu denkt – mit datengetriebener Forschung, gezielter Förderung von Fintechs mit gesellschaftlicher Wirkung und einer Bühne für Ideen, die unsere finanzielle Zukunft prägen. Gemeinsam mit Berlin Partner, FIBE Berlin und der Berlin Finance Initiative stärkt HoFT Berlin das Fundament für ein wachstumsstarkes, internationales Fintech-Ökosystem – offen für Startups, etablierte Player und neue Impulse. Gefördert wird das HoFT Berlin unter anderem vom Land Berlin, der Investitionsbank Berlin und der Privatwirtschaft.


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